Buchrezension #4: „Bis auf den Grund des Ozeans. ‚Sechs Jahre galt ich als hirntot. Aber ich bekam alles mit.‘“ von Julia Tavalaro mit Richard Tayson

2018 – 1 Jahr, 12 Monate, 12 Bücher.

Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, jeden Monat ein Buch zu lesen und für euch zu jedem eine kurze Rezension zu schreiben.  Das Buch dieses Monats hat mich besonders berührt.

Lieblingszitat: „Mein Körper war ein Gespenst, war die Erinnerung an Bewegung, einst mühelos, jetzt unmöglich.“

Inhalt: Nach sieben Monaten erwacht die junge Julia aus dem Koma. Sie kann jedoch nicht vermitteln, dass sie alles mitbekommt, da sie vollständig gelähmt ist. So gilt sie für sechs weitere Jahre als hirntot, bis jemand bemerkt, dass sie sich mit ihren Augen verständigen kann. Schließlich schreibt sie dieses Buch über ihre Geschichte.

Zielgruppe: Erwachsene, die Bücher über Schicksale dieser Art lesen können

Eigenes Statement: „Sechs Jahre galt ich als hirntot. Aber ich bekam alles mit.’’
Das Zitat auf dem Deckblatt des Buches hat mich direkt gepackt. Ich interessiere mich sowieso sehr für die Medizin und ich wollte erfahren, wie sich jemand fühlt, der so ein Schicksal miterleben muss. Nicht aus Sensationsgier, sondern um eine gewisse Anteilnahme zeigen zu können. Und ich muss ehrlich sagen, dass mich das Buch stark mitgenommen hat. An einigen Stellen habe ich sogar überlegt, es zur Seite zu legen und ein anderes zu lesen. Doch vielleicht gerade weil es eine wahre Geschichte erzählt, wollte ich es nicht verdrängen oder mich mit einem „netteren“ Thema beschäftigen. Ich finde es wichtig, sich auch mit diesen härteren Themen auseinander zu setzen, da es sie nunmal auch gibt und sie oft genug tabuisiert werden. Da ich selbst für ein Jahr im Krankenhaus gearbeitet habe, konnte ich an einigen Stellen Parallelen zu meinen Erfahrungen erkennen. Insbesondere was den Alltag in der Klinik und den Umgang mit den Patienten betrifft. Dies ist ein Grund, wieso ich mich besonders gut in die Geschichte hineinversetzen konnte. Ein anderer ist, dass Julia Tavalaro das Buch aus ihrer Perspektive geschrieben hat. Dadurch verschärft sich die Atmosphäre noch mehr und man fühlt stark mit ihr. Doch ihre Erzählungen rufen nicht nur eine negative Gefühlslage hervor. Denn trotz ihrer Situation ist sie eine Kämpferin und schafft es schließlich, sich selbst und auch dem Leser viel Mut und Hoffnung zu geben.
Kurz gesagt: Ein sehr hartes und sowohl negativ als auch positiv eindrucksvolles Buch. Sehr zu empfehlen.

Über die Autoren: Julia Tavalaro (geb. 1935) lebte nach ihrem Unfall 30 Jahre in einer New Yorker Klinik, in der sie schließlich ein relativ selbstständiges Leben führte. Gemeinsam mit dem Schriftsteller und Lehrer Richard Tayson konnte sie ihre Geschichte aufschreiben. 

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